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Spieleliste: DSiWare

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AlphaBounce

Action

21.10.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Klassiker (mal wieder) reloaded...

 

Wir schreiben das Jahr 1976. Als einer der letzten Automaten, bei denen das Spiel noch komplett in der Hardware umgesetzt ist, erscheint Breakout. Es ist auf den ersten Blick klar, dass die Macher sich von einem anderen Klassiker haben inspirieren lassen. Doch statt (Ping) Pong zu spielen, zerstört man hier Blöcke durch einen Ball, den man mit einem Stab davon abhalten muss, nach unten abzustürzen.

 

Dieses Prinzip wurde bestimmt schon 1.000 Mal kopiert und verändert. Eine der neueren Versionen davon ist Alpha Bounce, das vom Mad Monkey Studio für DSiWare veröffentlicht wurde. Für 500 Punkte kann man sich den Titel bereits seit April 2010 herunterladen und dann das ganz klassische Gameplay genießen. Na ja, nicht wirklich, denn außer der Grundidee hat Alpha Bounce mit Breakout so gut wie keine Gemeinsamkeiten.

 

So steuert man nun keinen einfachen Stab am unteren Bildschirmrand, sondern ganz futuristisch ein Raumschiff, das man auch erweitern kann. Man muss es zwar immer noch von links nach rechts bewegen, um einen Ball (oder gerne auch mehrere) davon abzuhalten, den unteren Bildschirmrand zu berühren. Bewegt wird es jedoch ausnahmslos über den Touchpen und nicht per Steuerkreuz. Warum ein Schiff? Ganz einfach, weil die Story das vorschreibt. Man ist ein Pilot und soll die Galaxie erforschen, die in ziemlich viele Felder eingeteilt ist. Jedes Feld beheimatet eine Breakout-Karte, die man schaffen muss, um weiter vordringen zu können. So „erforscht“ man nach und nach die gesamte Umgebung.

 

Auf diversen Feldern findet man nach deren Abschluss auch noch Extras für das Raumschiff. Diese machen es zum Beispiel größer oder sorgen für besondere Fähigkeiten. Mit diesen lassen sich dann im Spiel zum Beispiel Raketen abfeuern oder das Spielfeld schon vor dem Start analysieren. Sogar ganz neue Schiffe, die mehr Extras ermöglichen, erhält der Spieler nach und nach.

 

Das Gameplay auf den einzelnen Karten ist an sich sehr simpel. Man bewegt das Schiff am unteren Bildschirmrand per Touchpen hin und her und hält damit den Ball oben, der nach und nach alle Blöcke auflöst. Es gibt jedoch zahllose Extras die diesen Vorgang erleichtern, aber auch erschweren können. So befinden sich in bestimmten Blöcken Extras, die das Schiff größer werden lassen, den Ball beschleunigen, einen Absturzschutz für kurze Zeit aktivieren, das Schiff automatisch steuern usw. Sogar Feinde kommen im Spiel zum Einsatz, diese greifen unentwegt an, so dass man nicht nur den Ball treffen, sondern auch den Angriffen ausweichen muss. Ach so, bessere Bälle kann man im Laufe der Zeit auch noch finden und so mehr Schaden anrichten.

 

Im Normalfall hat man pro Level nur einen Ball, wenn der abstürzt, muss man ganz von vorne anfangen. Und das kann ziemlich nervig sein, was vor allem an der scheinbaren Willkür der Extras liegt. So kommt es vor, dass man einen Level fünf Mal versucht und nicht vorwärts kommt, um beim nächsten Versuch dann super Extras zu kriegen und in 45 Sekunden fertig zu sein. Dabei haben mich vor allem die negativen Extras genervt. Wenn man schon fast fertig ist und aus Versehen ein Schlechtes einsammelt, dann kann das Spiel fast unmittelbar vorbei sein. Und nur gezielt Extras zu sammeln ist fast unmöglich, zum einen, weil es viele verschiedene gibt und zum anderen, weil sie teilweise im Dutzend gleichzeitig auftreten.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang

 

Grafisch ist Alpha Bounce alles andere als ein Highlight. Sowohl die „Weltkarte“ als auch die Levels sehen monoton aus und spielen sich auch so. Klar, das Spielprinzip gibt nicht viel mehr her, aber irgendwas muss kreativen Leuten doch einfallen, um für längere Zeit zu motivieren. Bei mir war nach etwa 20 Levels die Luft absolut raus, so dass ich das Spiel erst mal sechs Monate nicht angefasst habe. Nach dieser Pause habe ich wieder nur knapp 20 Levels gespielt, bevor ich endgültig die Lust verloren habe. Ja, das liegt auch an der Grafik, die durch die Monotonie total einschläfernd wirkt, was übrigens auch für die Musik gilt.

 

Die Steuerung funktioniert ganz gut, aber was soll man auch groß falsch programmieren, wenn man einen Stab, Entschuldigung, ein Raumschiff per Touchpen auf einer Linie von links nach rechts verschieben kann? Was ich jedoch in Punkto Bedienung absolut nicht verstehe, ist das Fehlen einer „zurück“ Funktion. Man kann weder einen Level beenden oder neu starten noch vom einmal laufenden Spiel ins Hauptmenü zurück. Warum? Keine Ahnung, mir erschließt sich das nicht.

 

Was den Umfang angeht, kann man sich bei Alpha Bounce eigentlich nicht beklagen. Es gibt auf der scheinbar unendlich großen Weltkarte viele tausend verschiedene Levels, also jede Menge zu tun. Außerdem sollen drei Schwierigkeitsgrade für zusätzliche Abwechslung sorgen. Dazu gibt es 25 verschiedene Schiffe, jede Menge Blocktypen und zahllose Extras. Die Entwickler haben also an wirklich allen Ecken extrem tief in die Trickkiste gegriffen und haufenweise ins Spiel programmiert.

 

Und genau das ist auch mein größtes Problem, es ist einfach von allem zu viel. Die dutzenden Extras zerstören die Spielbarkeit total, weil es fast ausschließlich vom Glück abhängt, ob man einen Level schafft. Und dass kann ja wohl nicht der Sinn der Sache sein. Vielleicht liegt mir das Spiel aber auch einfach nur nicht. Jedoch habe ich schon viele Titel dieser Art gespielt und obwohl die alle weniger umfangreich waren, haben sie mir doch quasi ausnahmslos mehr Spaß gemacht. Aber das liegt nicht nur daran, dass das Spiel überladen ist, es fühlt sich auch noch viel zu langsam und träge an.

 

 

Meckerecke

 

Fast noch mehr stören mich die scheinbar endlosen Ladezeiten. Vor jedem Level wartet man gut und gerne 15 bis 30 Sekunden bevor es los geht. Wenn dann auch noch der Ball abstürzt und man zurück auf die Weltkarte geworfen wird, wartet man die gleiche Zeit schon wieder. Das kann ich mir bei einem so einfachen 2D-Spiel einfach nicht erklären. Wie lang kann es schon dauern, den Bildschirm mit ein paar simplen Blöcken zu füllen?

 

Darüber hinaus habe ich die nicht vorhandene „zurück“ Funktion ja schon bemängelt. Es gibt sie wohl nicht, weil man nur einen Spielstand hat. Man kann also nur einen Schwierigkeitsgrad spielen, will man einen anderen versuchen, dann ist der Fortschritt im bisher gespielten weg. Warum? Auch hier habe ich keine Ahnung.

 

Auch die negativen Extras habe ich schon angesprochen. Normalerweise würde mich so was niemals stören, ich mag ja auch große Herausforderungen. Wegen der großen Anzahl ist es hier aber quasi unmöglich, schon vor dem Einsammeln zu wissen, ob es ein gutes oder ein schlechtes Extra ist. Damit wird das Ganze zum Glücksspiel und für so was will ich kein Geld ausgeben.

Fazit

Der Ansatz der Entwickler ist sicher nicht verkehrt. Man nehme ein bekanntes und beliebtes Spielprinzip und mache es so groß und umfangreich wie nie zuvor. Das Problem ist nur, dass man etwas auch überfrachten kann und genau das ist hier passiert. Dazu kommt noch, dass es sich trotz der tausenden Level und hunderten Extras und Upgrades sehr monoton spielt. Nur die Glücksmomente sorgen für etwas Abwechslung, für solche kaufe ich jedoch kein Videospiel. Ihr etwa? Wer auf Breakout steht, der kann das Spiel gerne mal ausprobieren, vielleicht ist die Masse an Möglichkeiten ja genau das, was man schon immer gesucht hat. Für alle anderen ist das Spiel allerdings absolut nicht geeignet, daher: Finger weg.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

40%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

09.04.2010

Developer

Mad Monkey Studio

Publisher

Mad Monkey Studio

Nintendo Points

500

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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