Als Nachfolger des Super Nintendo Entertainment System (kurz SNES), wurde das Nintendo 64 in Deutschland am 1. März 1997 zu einem Preis von 399 DM veröffentlicht. Nur 8 Wochen nach Release der Konsole, erfolgte die erste Preissenkung um 100 DM auf 299 DM.
Das Nintendo 64 zeigte gleich zu Beginn seiner Karriere auf, wieviel Power in dem kleinen schwarzen Kasten steckt. Mit Super Mario 64 konnte man erstmals in komplexen 3D Welten auf Abenteuerreise gehen. Um sich, in dieser 3D Welt vernünftig bewegen zu können, hielt Nintendo mit dem Nintendo 64 Gamepad das perfekte „Handwerkzeug“ bereit. Das Pad hatte als Steuerungseinheit einen kleinen Knüppel parat; dieser so genannte Analogstick machte ein präziseres Lenken in einem 360 Grad Radius möglich.
Mit dem Analog Stick etablierte Nintendo einen neuen Standard, dem alle anderen Konsolen Hersteller bald folgen sollten. Trotz der überlegenen Technik konnte Nintendo mit dem Nintendo 64 die Marktführung nicht mehr behaupten. Hilflos musste man mit ansehen wie Sony mit der PlayStation an Nintendo vorbei zog.
Grund hierfür waren vor allem das mangelnde Interesse der Third Party Entwickler, wobei dieses auch auf das Verhalten von Nintendo zurückzuführen war. Denn noch vor dem Erscheinen der Konsole gründete Nintendo das so genannte Nintendo Dream Team. Zu diesem zählten ausgewählte Third Party Entwickler und natürlich die Nintendo eigenen First und Second Party Studios. Wer zum Dream Team gehörte, wurde von Nintendo bevorzugt behandelt, was manche Publisher dazu bewegte gar nicht oder kaum für das Nintendo 64 zu entwickeln. Leider hatte sich Nintendo mit dieser Aktion in vielfacher Hinsicht ins eigene Fleisch geschnitten. Denn einige Firmen, die zu dem Dream Team gehörten gingen kurz darauf pleite (wie Ocean) oder zogen sich aus dem Konsolengeschäft zurück (wie Sierra) oder wurden wiederum von anderen Publishern aufgekauft (wie Angel Studios, die erst Jahre später für die grandiose Umsetzung von Resident Evil 2 für das N64 verantwortlich waren).
Das größte Problem war gerade für den japanischen Markt der aufkommende Streit von Nintendo mit Squaresoft, der soweit eskalierte, dass diese nicht nur jeglichen Support für Nintendos Konsole einstellten, nein, auch noch andere Entwickler wie Enix nötigten ja nicht für das N64 zu entwickeln. Das bereits spielbare Final Fantasy 7 wurde eingestellt und später auf der PlayStation veröffentlicht. Enix folgte den Empfehlungen vom Konkurrenten und setzte die Dragon Quest Reihe ebenfalls für PlayStation um. Diese Maßnahmen führten dazu, dass es auf der Konsole nur sehr wenige und eigentlich kein einzig richtig gutes Rollenspiel (Paper Mario mal ausgenommen) gab, was gerade die Marktentwicklung in Japan sehr negativ beeinflusste.
Weiterer Grund für den teilweise schlechten Third Party Support war z.B. die im Vergleich zu der CD Herstellung sehr teure Herstellung der Module. Die Module hatten zwar den Vorteil, dass durch diese praktisch keine Ladezeiten vorhanden waren. Jedoch kam zu dem Preisnachteil auch noch die geringe Speichergröße mit gerade mal 512 MBit hinzu. Nichts desto trotz brachte das Nintendo 64 viele Software Highlights auf den Markt. Allen voran natürlich die Nintendo eigenen Spiele und die Spiele der Edel-Software Schmiede Rare.
Denn während manche Genres wie zum Beispiel Rollenspiele unterbesetzt waren, war das Nintendo 64 allerdings in anderen absolut marktführend und wegweisend. Da wären an erster Stelle die Egoshooter zu nennen. Turok Dinosaur Hunter und Goldeneye definierten 1997 das Genre der Egoshooter auf Konsolen und dienten spielerisch und konzeptionell als Blaupause für zig andere First Person Titel, die in den Jahren danach sowohl auf dem N64 als auch auf allen anderen Konsolen folgen sollten. Außerdem bot Goldeneye erstmals einen Splitscreen Multiplayer Modus, der bis zur Onlineära der primäre Anreiz vieler Vertreter des Genres blieb. Gerade wenn man bedenkt, dass Nintendo auch damals schon mit dem Kiddy Image zu kämpfen hatte, ist es doch erstaunlich, wie westliche Entwickler das System unterstützten und das Nintendo 64 zu der Egoshooter Konsole überhaupt machten. Acclaim, die auch zum Nintendo Dream Team zählten, boten ganze vier Turok Spiele plus Armorines auf, 3d Realms steuerte zwei Duke Nukem bei und id Software portierten ihr großen Marken wie Quake oder Doom auf die Plattform. Die wichtigsten Serien des Genres waren vertreten.
Aber auch in anderen Genres setzten sich Spiele für das Nintendo 64 an die Spitze und zwar System übergreifend. Bei den Jump n’ Runs muss man natürlich an erster Stelle Super Mario 64 nennen, das vielleicht das erste 3D Spiel war, was die dritte Dimension auch tatsächlich in jeglicher Hinsicht perfekt ausnutzte. Rareware kopierte und perfektionierte das System vor allem in den beiden Banjo & Kazooie Teilen.
Auch im Bereich der Action Adventure machte dem Nintendo 64 keine andere Plattform was vor. Neben den genialen Multiplattformentwicklungen wie Resident Evil 2 oder Shadowman, setzte Nintendo selbst Maßstäbe mit Zelda Ocarina of Time und Majora’s Mask. Nicht nur, dass sie es schafften die 2D Serie perfekt in die dritte Dimension zu verfrachten, sie entwickelten mit dem Gegner-Kamera-Fokussystem auch noch eine Methode, die bis heute in vielen Third Person Spielen angewendet wird. Beide Zelda Teile sind somit absolut wegweisende Spiele.
Gegen Ende des Nintendo 64 Lebenszyklus wurden verschiedene Farbvarianten des N64 angeboten und sogar ein N64, das im Pokemon-Look daherkam, wurde veröffentlicht. Bis zum Jahre 2001 wurden ca. 35 Millionen Einheiten verkauft.
Eine Übersicht der besten Spiele für die Konsole inklusive Geheimtipps, Kurzinfos und Details zum jeweiligen Spiel befinden sich in unserer:
Nintendo 64 Spieleliste