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Reviews: Nintendo DS

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Mario & Luigi: Abenteuer Bowser

Adventure

27.10.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Koopa, ich habe die Klempner geschrumpft!

 

Fast vier Jahre sind vergangen, seit das Pilzkönigreich von Aliens angegriffen wurde und Mario gemeinsam mit seinem Bruder Luigi in die Vergangenheit reiste, um die Heimat zu retten. Dort trafen sie auf sich selbst in Babyform und traten den Bösen gemeinsam gegenüber. Heute ist eine seltsame Krankheit am Werk, die dafür sorgt, dass einige Toads plötzlich extrem fett werden und sich nicht mehr bewegen können. Prinzessin Peach ruft eine Krisensitzung ein und kurze Zeit später auch die beiden Klempner dazu, um eine Lösung zu finden. Währenddessen bekommt Bowser von einer dubiosen Gestalt eine Leckerei angedreht und verliert danach teilweise die Kontrolle über sein Handeln. Er greift das Schloss der Prinzessin an, kämpft gegen Mario und Luigi und saugt am Ende plötzlich alles einfach auf. Toadbert weg, Peach weg, Luigi weg und Mario weg.

 

Doch Bowser erinnert sich an nichts. Als er aufwacht, stellt er erschrocken fest, dass jemand, der den Namen Krankfried trägt, sein Schloss erobert hat. Das kann der Krötenkönig natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so beginnt das Abenteuer Bowser. Da Mario und Luigi zufällig dasselbe Ziel haben, denn um Krankheit zu heilen, benötigen sie dieselben mächtigen Gegenstände, die Bowser zum Erreichen von Krankfried braucht, helfen sie dem Erzfeind quasi von innen.

 

Auf dem oberen Bildschirm bewegt man sich mit dem Herrn der Koopas über die von schräg oben dargestellte Welt, bekämpft Gegner, löst Rätsel und kommt so dem Ziel langsam näher. Dieser Teil gleicht also dem, was in den Vorgängern immer die zwei bzw. vier Brüder zu tun hatten. Doch Mario und Luigi müssen Bowser von Innen stark machen. So können sie zum Beispiel von ihm eingesaugte Gegner bekämpfen oder sich in seinen verschiedenen Körperteilen umsehen. Der Einsatz der Klempner ist immer dann besonders erforderlich, wenn Bowser in höchster Not steckt. Dann können die zwei eine bestimmte Kraftkammer betreten und mit ihren Aktionen dafür sorgen, dass Bowser über sich hinaus wächst. In ganz brenzligen Situationen ist das sogar wörtlich zu verstehen, wenn er auf das etwa 1.000-fache seiner normalen Größe wächst und sich dann gegen besonders große Gegner zur Wehr setzen kann, zum Beispiel gegen sein eigenes Schloss oder eine Maulwurf-Lok. In diesen Situationen hält man den DS wie ein Buch, allerdings so, wie ein Linkshänder das Buch halten würde, also mit dem Touchscreen auf der linken Seite. Seine Attacken werden dann per Mikrofon und Touchpen eingesetzt.

 

Die Umgebungen im Inneren von Bowsers Körper sind alle komplett in 2D gehalten, man bekommt also auch eine Art von klassischem Mario Jump ´n Run geboten. Auch hier trifft man auf diverse Gegner die man bekämpfen muss. Später im Spiel findet man dann auch noch den Röhrenbahnhof, dort werden die Röhren gelagert, die Bowser irgendwann mal verschluckt hat. Mit deren Hilfe kann man den Körper dann auch verlassen und trifft später natürlich auch wieder direkt auf King Koopa. Im Übrigen weiß der gar nicht, dass Mario und Luigi sich innerhalb seines Körpers befinden, was wohl auch besser so ist.

 

Während die zwei sich also auf dem Touchscreen im Körper bewegen und ihre Aktionen mit A und B einsetzen, kann man sich gleichzeitig auch auf dem oberen Bildschirm mit Bowser durch das Pilzkönigreich bewegen und Aktionen mit X und Y einsetzen. In gewissen Situationen kommt es auch mal auf unfreiwilliges Teamwork an, so kann man Bowser zum Beispiel bestimmten Strahlen aussetzen, um innerhalb seines Körpers neue Wege zu finden oder ihn viel Wasser trinken lassen, damit Mario und Luigi sonst unerreichbare Orte schwimmend erreichen können.

 

In den rundenbasierten Kämpfen muss man nach wie vor die jeweilige Aktionstaste der Spielfigur zu rechten Zeit drücken, um Gegner anzugreifen oder um deren Attacken auszuweichen. Während Bowser schlagen und Feuer spucken kann, setzen die Gebrüder Mario immer noch auf Sprünge und Hammerschläge. Später gibt es auch Spezialattacken, die nun jedoch nicht mehr durch Items eingesetzt, sondern jederzeit abgerufen werden können. Dazu hat jeder Charakter so genannte Spezialpunkte, mit denen man die besonders starken Angriffe „bezahlt“.

 

Abwechslung und viele neue Features sind also auf jeden Fall schon mal dabei, im neusten Abenteuer von Mario und Luigi. Aber was bekommt man noch so geboten?

 

 

Ein wahres XXL-Paket!

 

Neben den vielen neuen Features, den jetzt noch abwechslungsreicheren Kämpfen und zwei parallel laufenden Geschichten, haben die Entwickler auch jede Menge Inhalte in das Spiel gepackt. Selbst wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt und nur schnell zum Ziel kommen möchte, benötigt man dafür mindestens 20 Stunden. Will man nun noch alle versteckten Bohnen, Orden und Attacken finden, dann kommen da noch mal 10 Stunden oben drauf. Außerdem gibt es ein paar Nebenhandlungen, die man nicht notwendigerweise erleben muss, um das Spiel zu beenden. Zu empfehlen sind diese ganzen Extras auf jeden Fall, denn sie helfen auch dabei, das Abenteuer zu bestehen.

 

Während der Schwierigkeitsgrad nämlich beinahe die gesamte Zeit über eher gemütlich ansteigt, wird es zum Ende hin wieder brachial schwer. Man kann zwar den meisten gegnerischen Angriffen theoretisch jedes Mal ausweichen, bei den letzten Bossen wird das jedoch immer schwerer. Wer kein perfektes Timing beherrscht und die Ankündigungen der Endgegner nicht richtig deuten kann, der wird kaum eine Chance haben. Da helfen dann auch alle Bohnen, die die Figuren stärker machen, und die regulären Level-Ups nicht mehr. Es wird jedoch bedeutend einfacher, wenn man viele der versteckten Bohnen gefunden und die Figuren damit deutlich stärker gemacht hat. Ebenso helfen die richtige Kleidung und passende Orden.

 

Letztere sind auch neu, wobei sowohl Mario als auch Luigi jeweils einen Orden tragen. Der von Luigi legt fest, wie schnell sich eine Energieleiste auflädt und der von Mario, welche Folgen die Freisetzung der Energie der Orden hat. So kann Luigi mit seiner Wahl festlegen, nach welchen Angriffen sich Energie sammelt. Ein Orden, der nur dann Energie erhält, wenn einem der beiden Brüder ein exzellenter Angriff gelungen ist, hat natürlich eine viel stärkere Wirkung als einer, der sich bei jedem durchgeführten Angriff auflädt. Marios Orden bestimmt, ob der Einsatz Kraftpunkte oder Spezialpunkte bringt oder ob sich durch den Einsatz die Angriffe verstärken oder mehr Geld sammeln lassen. Das tolle an diesem Feature ist, dass es unabhängig vom eigentlichen Kampf verwendet werden kann. Ist man also zum Beispiel in einem schweren Bosskampf und hat keiner Energie mehr, dann hat man hoffentlich den Kraftpunkte-Orden angelegt und die Energie bereits aufgeladen. Denn dann erhält man bis zum 50 % der Energie zurück ohne einen Spielzug zu verlieren.

 

 

Technik und Steuerung

 

Grafisch sieht auch das dritte Abenteuer der beiden Brüder nicht viel anders aus als der schon etwas in die Jahre gekommene erste Teil. Zwar sind die Animationen etwas vielfältiger und besser geworden, aber im Großen und Ganzen ist der Titel keine wirkliche Augenweide. Es ist alles sauber dargestellt und extrem übersichtlich, bei zugleich extrem viel Abwechslung in den Umgebungen, aber unterm Strich ist es grafisch ein eher mittelmäßiger Titel, allerdings technisch sehr sauber und fehlerfrei umgesetzt.

 

Die Musik macht da schon deutlich mehr her. Nicht nur, dass sich das extrem beliebte Forrest-Maze Thema aus dem Super Mario RPG ins Spiel geschlichen hat, es gibt darüber hinaus auch wieder zahlreiche andere Ohrwürmer. Die Entwickler bei Alphadream verstehen es einfach, bekannte Melodien neu zu verpacken. Ebenso sind die Soundeffekte einer der großen Treiber des Humors der Serie. Zwar heult Luigi heute leider nicht mehr so viel, aber die Schreie und das italienische Gebrabbel sind nach wie vor absolut genial und diesmal sogar noch umfangreicher als zuvor.

 

An der Steuerung gibt es auch fast nichts zu meckern. Sowohl in der Oberwelt als auch bei Kämpfen funktioniert alles einwandfrei. Erfrischend ist auch, dass der Touchpen bei Bowsers Spezialattacken zum Einsatz kommt und vor allem bei den Auftritten von Giga Bowser zur primären Waffe wird. Lediglich das Mikrofon ist etwas ungeschickt eingebaut, da man es in einem Bosskampf zwingend braucht, aber nur über das Hauptmenü außerhalb des Spiels anders einstellen kann. Ich war gerade im Zug unterwegs, konnte vorher nicht speichern und es war in meiner Umgebung einfach zu laut, um den Feueratem richtig einsetzen zu können. Hier hätte eine Einstellmöglichkeit oder eine alternative Eingabevariante leicht helfen können. Da das jedoch nur einmal zum Tragen kommt, hat es für mich keine negativen Konsequenzen auf die Gesamtbewertung der Steuerung!

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Obwohl ich die Mario & Luigi Reihe liebe, war ist skeptisch, ob das Konzept ein drittes Mal so gut funktionieren würde. Doch diese Skepsis war unbegründet, denn die Entwickler haben sich massig neue Dinge einfallen lassen, den Touchpen gezielt und sinnvoll mit eingesetzt, Bowser endlich mal eine Hauptrolle gegeben und das Ganze zu einem randvoll gefüllten Paket zusammengeschnürt. Es übertrifft den Vorgänger nach meiner Meinung deutlich und ist für mich das bisher beste Abenteuer mit RPG-Elementen auf dem Nintendo DS überhaupt. Obwohl es leider nicht mehr ganz so lustig ist, wie die Vorgänger, was aber vor allem an der leicht kindlichen Übersetzung von NoE liegt. Auf Englisch hat es mir persönlich noch besser gefallen, wer die Sprache gut kann, dem rate ich daher zur Umstellung des Systems, um Abenteuer Bowser in vollen Zügen genießen zu können. Ich hoffe nur, dass wir nicht wieder vier Jahre bis zum nächsten Teil werden warten müssen...

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

91%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

09.10.2009

Developer

Alphadream

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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