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Super Mario Kart

Rennspiel

17.04.2010

Zum Retro Quickie

Autor: Mario Kablau

 

System: Super Nintendo

Controller: Classic

Erschienen: 1992

Preis: 800 Wii Points

 

 

Der Erfinder des Fun Racers ist zurück!

 

Wir schreiben das Jahr 1992, das Super Nintendo ist noch nicht lange auf dem Markt und Nintendo schickt sich an, ein neues Genre zu erfinden. Ihr Vorzeigeheld Super Mario steigt das erste Mal in ein Kart ein und beginnt damit eine lange Reihe von sehr erfolgreichen Videospielen. Und schon war Super Mario Kart geboren. Fast 20 Jahre später ist das Spiel für die Virtual Console auf der Wii erschienen und wir haben das zum Anlass genommen, das Spiel einmal genau zu untersuchen.

 

Startet man das Spiel, dann fällt als erstes auf, dass man den ersten Teil der Reihe nur mit maximal zwei Spielern zocken kann, der 4-Spieler-Modus kam erst auf dem N64 dazu. Neben dem Grand Prix Modus war es jedoch schon damals möglich, auch in einem Battle Modus direkt gegeneinander anzutreten ohne im Kreis fahren zu müssen.

 

Das Spiel selbst überzeugte damals durch seine Mode 7 Grafik, auf die ich später noch genauer eingehen werde, aber was den Erfolg (fast 9 Millionen Spiele wurden verkauft) rechtfertigte, war der damals einzigartige Spielspaß. Auf den Strecken fährt man nämlich bekanntermaßen nicht einfach stupide gegeneinander, sondern muss gekonnt auf den Einsatz von diversen Items zurückgreifen, die den Rennverlauf entscheidend beeinflussen können. So konnte man schon damals seine voraus fahrenden Gegner einfach mit einem Schildkrötenpanzer abschießen oder die nachfahrenden Gegner mittels Bananenschalen aus der Bahn werfen. Doch man selbst ist natürlich auch ein Angriffsziel, weshalb Mario Kart schon damals in Teilen ein wahres Glücksspiel war.

 

Doch bei Super Mario Kart geht das ganze noch eine Spur weiter, die Gegner sind nämlich die wohl größten Cheater der Videospiel-Geschichte. Während der Spieler selbst nur ein oder maximal zwei Items pro Runde einsammeln und damit auch einsetzen kann, sind die Gegner quasi dauerhaft versorgt. Im Retro Quickie zum Spiel zeige ich euch, welche krassen Ausmaße das annehmen kann. Das ist dann wirklich nicht mehr lustig!

 

Jedenfalls geht es unabhängig davon, ausschließlich darum, das Ziel nach fünf Runden als erster zu durchfahren und damit 9 Punkte zu sammeln. Sammelt man auf alle fünf Strecken eines Grand Prix die meisten Punkte, hat man den Cup gewonnen. Neben den vier Cups sorgen verschiedene Schwierigkeitsgrade für ausreichend Abwechslung. Ein fader Beigeschmack bleibt jedoch: das Spiel ist bockschwer. Und das liegt nicht daran, dass die Gegner so schwer in Schach zu halten sind, sondern einfach daran, dass sie cheaten bis zum umfallen. So laufen die Gegner immer in einer bestimmten Reihenfolge durchs Ziel, so dass man den Cup kaum noch gewinnen kann, wenn man einmal nicht unter den ersten Drei war. Außerdem holen sie viel zu schnell auf, schon wenige Sekunden nach einem harten Angriff hängen sie einem schon wieder im Nacken. Wird man jedoch selbst einmal angegriffen, dann rutscht man schnell vom ersten auf den letzten Platz. Fair ist das nicht! Ach ja, man sollte auch immer unter den ersten Vier durchs Ziel fahren, denn sonst muss man die Strecke wiederholen.

 

 

Revolutionäre Technik

 

Wie schon erwähnt, setzte Nintendo damals auf die Mode 7 Grafik, die das Spiel erst möglich machte und vorher bereits bei F-Zero und Pilotwings erfolgreich erprobt wurde. Da das Super Nintendo zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine 3D-Grafiken darstellen konnte, war es unmöglich, ein Rennspiel zu programmieren, in dem man als Spieler quasi hinter dem Fahrzeug sitzt. Die eingesetzte Technik löst dieses Problem jedoch sehr geschickt, denn die Strecke ist quasi einfach nur eine Bodentextur mit fest definierten Bereichen - also Fahrbahn, Gras, Sand, Matsch, Hindernis etc. - die sich einfach um den Spieler herum bewegt. Das Kart selbst steht quasi immer auf derselben Stelle und der Boden bewegt und dreht sich darunter, wenn man fährt. So entsteht das Gefühl räumlicher Tiefe.

 

Die damals revolutionäre Technik kann heute jedoch niemanden mehr vom Hocker reißen, denn sie hat ein entscheidendes Problem: auch Hindernisse sind Platt, man sieht sie also kaum. Auf den Bildern rechts und im Video erkennt man ganz gut, was das für Folgen hat. Man kann sich daran gewöhnen, jedoch ist Super Mario Kart auf keinen Fall ein Spiel, das stilvoll gealtert ist. Leider!

 

Musikalisch gibt es eine relativ große Vielfalt. So hat jede der acht Charaktere seine eigene Musik und die acht verschiedenen Umgebungen - die übrigens abgesehen von der Rainbow Road alle aus der Welt von Super Mario World stammen - haben auch jeweils eine eigene Hintergrundmusik.

 

 

Mehrspieler

 

Was Mario Kart heute so beliebt macht ist der Mehrspieler-Modus. So hat er zum Beispiel dafür gesorgt, dass 10do.de, bzw. damals Nintendo-LAN.de im Rahmen unserer Mario Kart Events gegründet wurde. Denn schon seit dem ersten Spiel macht es am meisten Spaß, gegeneinander anzutreten und da das online erst seit Mario Kart DS geht, mussten wir uns damals eben durch Events Abhilfe schaffen. Da Super Mario Kart jedoch leider nur zu zweit spielbar ist, dafür jedoch komplett, macht es keinen allzu großen Unterschied zum Singleplayer. In den Grand Prix, die man immer im Splitscreen fährt, kann man sich zu zweit jedoch gegenseitig gut helfen und so die Cups etwas leichter gewinnen. Gerade in der 150er-Klasse ist das alleine nur unter großem Zeitaufwand überhaupt ansatzweise machbar.

 

Dazu gibt es noch den Battle-Modus, in dem man seinen Gegner dreimal treffen muss, um die Runde zu gewinnen. Das macht großen Spaß, wenn beide Spieler etwa gleich gut sind. Die Lernkurve ist nämlich so extrem steil, dass Einsteiger gegen Veteranen nie eine Chance haben werden. Glück spielte damals in diesem Duell noch kaum eine Rolle. Leider gibt es nur vier Maps, die alle auch nicht wirklich kreativ sind. Das Problem ist einfach, dass die Strecken platt sind. Spätestens mit Mario Kart 64 war klar, wie viel Spaß dieser Modus auf großen 3D-Arenen machen kann.

Fazit

Super Mario Kart war damals ohne Zweifel vollkommen berechtigt so erfolgreich. Fast 20 Jahre und fünf Spiele später hat es jedoch leider eine Menge des Charms verloren. Es macht ohne Zweifel Spaß, aber die cheatenden Gegner, die platten und kurzen Strecken und die geringe grafische Abwechslung sorgen aus heutiger Sicht leider für relativ wenig Spielspaß. Vor allem die platten Hindernisse machen es Neueinsteigern extrem schwer, das Spiel zu beherrschen, falls das überhaupt möglich ist. Den Download kann ich nur empfehlen, wenn man mit diesen Kritikpunkten leben kann. Für weitere Eindrücke lege ich euch meinen Retro Quickie zum Spiel ans Herz!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

02.04.2010

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

Nintendo Points

800

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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