Autor: Daniel Nicolin
Abenteuerurlaub auf dem DS
In „Jambo! Safari: Animal Rescue“ für den DS erkundet ihr in einem Jeep die afrikanischen Landschaften und fangt kranke Tiere ein, um diese dann anschließend wieder gesund zu pflegen.
Mit diesen wenigen Worten ist eigentlich bereits alles Wesentliche über den Titel gesagt.
Zwischendurch gibt es immer mal wieder optionale Missionen zu erledigen, wie bspw. Touristen durch die Gegend fahren, Fotos schießen oder in einem bestimmten Zeitlimit Müll aufzusammeln.
Dadurch wiederum werden weitere Sidequests freigeschaltet, vor allem aber auch neue Goodies wie andere Fahrzeuge, neue Frisuren und neue Klamotten (schonmal in 'nem Ninja-Outfit durch die Wüste gebrettert?) für eure Protagonistin zur Verfügung gestellt.
Grenzenlose Freiheit?
Nach und nach wird euch zudem Zugang zu insgesamt drei großräumigen Gebieten gewährt, in denen ihr natürlich hauptsächlich entlaufene bzw. kranke Tiere einfangen müsst. Leider sind diese weitläufigen Areale äußerst karg und eher unansehnlich, und so könnt ihr lange Zeit völlig ziellos und unbehelligt mit eurem Jeep in bester Arcade-Manier (kaputt gehen kann nix!) durch die Gegend und gegen Bäume brettern, bis euch irgendwann euer Radar bzw. ein roter Punkt auf dem Screen mal wieder einen Hinweis gibt, wo noch etwas zu entdecken wäre. Ganz so grenzenlos ist die Freiheit aber dann doch nicht, denn hier und da stoßt ihr auf meine persönlichen Lieblinge: unsichtbare Mauern – ein unleugbares Zeichen eines defizitären Leveldesigns.
Steuerung
Wo wir gerade beim Design sind: Man fragt sich wirklich, wieso ein derart einfach gestricktes Game ein derart kompliziertes und anti-intuitives Menüdesign aufweisen muss. Mit dem Stylus versucht ihr krampfhaft, eure Wahl zu treffen und dies fällt mitunter schwerer, als eine fiese Hyäne einzufangen. Warum ausgerechnet ein Spiel, was sich offensichtlich eher an eine jüngere Zielgruppe richtet und zudem prinzipiell simpel angelegt ist, so dermaßen in Menükämpfen verschachtelt, ist mir schleierhaft. Die Steuerung an sich rettet sich gerade so ins untere Mittelmaß, denn wirklich gut steuern lässt sich euer Geländewagen nicht
Ein Herz für Tiere
Auch das Fangen der Tiere kann mich nicht überzeugen, läuft nach Schema F ab und gestaltet sich spätestens nach einem halben Dutzend gefangener Viecher eher als lästige Pflichtübung denn als spannende Herausforderung: Ihr schwingt euer Lasso um eins der aufgespürten Tiere und folgt seinem Laufweg in eurem Fahrzeug sitzend. Dabei müsst ihr an eurem Lasso ziehen (nicht zu doll, sonst reißt es) und wenn das Tier erschöpft genug ist und ihr nah genug an ihm dran seid: Werft euer Netz aus und ihr seid stolzer Besitzer eines neuen Pokém... ähm... na, ihr wisst schon!
Zwischendurch solltet ihr regelmäßig in eurer Ranch vorbeischauen, denn hier gilt es, die gefangenen Tiere zu pflegen und ihnen auf Wunsch auch Namen zu geben. In einer Handvoll verschiedener Stylus-Minigames müsst ihr die Wehwehchen eurer Geiseln lindern (bspw. Medizin verabreichen, ein gebrochenes Bein erspüren etc.). Nachdem dies erfolgreich bewältigt wurde, dürft ihr die Tiere noch schön grillen... äh... wieder freilassen.
Grafik & Sound
Auch die technische Seite kann nicht gerade brillieren: Die Areale sind karg und wenig ansprechend gestaltet, die Tiere mies designt (wie viele Ecken hat ein Löwe?) und animiert, was vor allem in den Tierpflegephasen deutlich wird. Hier und da stolpert ihr über Clipping-Fehler und einige der Texturen hätte die Krabbelgruppe mit Fingerfarben wohl ansehnlicher hinbekommen.
Soundtechnisch hätte es uns aber definitiv schlimmer erwischen können, denn einige Tierlaute lasse ich durchaus als gelungen gelten und auch der dezente, atmosphärische Bongo-Sound weiß zunächst zu gefallen. Leider wird dieses Bisschen an Melodie immer und immer wieder im Loop gedudelt. Dass sich ständig wiederholende Hintergrundmusikchen irgendwann langweilig und nervig werden, ist wohl verständlich.
Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.